Dresdner Wasserballer ohne Punktverlust in der neuen Arena

25. April 2017

Über einen Monat ist es her, dass die Wasserballer aus Dresden den Überraschungserfolg in Zwickau feiern konnten. Nun stand das zweite Heimspiel in der neuen Schwimmhalle an und als „Gast“ hatte sich der SC Chemnitz angekündigt. Die Vorfreude bei den Spielern der SG war deutlich spürbar. Alle freuten sich darauf, endlich wieder vor heimischen Publikum auf Torejagd gehen zu können. Zudem konnten die Schwarz-Gelben mit „Vier Vogel Pils“ und der „Wirtschaftskanzlei Wuttke“ zwei neue Sponsoren vorstellen.

Die Marschroute von Trainer Toralf Schaarschmidt war klar: „Es zählen nur zwei Punkte!“. Doch auch wenn die Verhältnisse in der Tabelle eine andere Sprache sprechen – Chemnitz belegt den letzten Tabellenplatz mit einem Punkt – so warnte der Trainer vor Überheblichkeit. Man solle zeigen, dass man der noch recht Jungen Mannschaft aus Chemnitz in allen Belangen überlegen sei und keinen Zweifel am Siegeswillen aufkommen lassen. Ein so spannender Verlauf wie im Hinspiel, als Dresden mit 9:8 gerade so den Kopf aus der Schlinge zog, sollte in jedem Fall vermieden werden.

Und der Matchplan schien aufzugehen … Dank dem gewonnenen Anschwimmen klingelte es bereits nach 20 Sekunden im Kasten der Chemnitzer. Sebastian Kühnel vollendete in bester Centermanier ein schönes Anspiel durch Oleksandr Kurlykov zum 1:0. Anschließend stellte sich Nervosität bei den Dresdnern ein. Die Abwehr arbeitete gut, doch die Angriffsreihen scheiterten ein ums andere mal im Abschluss.

Es entwickelte sich ein Kräfte raubendes Schwimmspiel. Erst nach gut vier Minuten war es Oleksandr Kurlykov, der per Distanzwurf zum 2:0 erhöhte. Im direkten Gegenzug stand Dresdens Verteidigung das erste Mal unsortiert und die Chemnitzer nutzten die Gelegenheit zum Anschlusstreffer. In der Folge wirkte die Heimmmannschaft zerfahren und unsicher. Es dauerte wieder mehrere Minuten, bis sie sich gefangen hatte und zum 3:1 erhöhen konnte. Neun Sekunden vor Ende des ersten Viertels ergab sich sogar die Chance auf 4:1 davon zuziehen, doch Felix Tamke scheiterte mit einem unplatzierten Fünfmeterschuss am Chemnitzer Schlussmann.

In der ersten Viertelpause forderte der sichtlich unzufriedene Trainer mehr Ruhe im Spielaufbau sowie Zielstrebigkeit im Abschluss der Landeshauptstädter. Doch die Ansprache schien nicht jeden erreicht zuhaben. Das erste Tor im zweiten Abschnitt markierten die Chemnitzer aus einer Überzahl. Es schien erneut ein dramatisches Spiel zu werden, wären da nicht Sebastian Kühnel und Oleksandr Kurlykov. Die beiden sorgten für die Tore vier und fünf, wodurch ein solides 5:2 zur Halbzeit auf der Habenseite stand.

Für die zweite Halbzeit war die Taktik klar: Nicht nachlassen und die Schnelligkeit über die Außen sollte vermehrt ins Spiel eingebracht werden. Was, um es vorab zusagen, nicht in allen Bereichen gelang. Besonders die rechte Seite der Dresdner spielte deutlich unteren ihren Möglichkeiten. Wieder war es Sebastian Kühnel auf der Center-Position, der brillierte. Beim 2-Meter-Mann klappte nahezu alles und er traf anscheinend nach Belieben. „Es lief einfach gut heute, die Jungs haben mich im richtigen Moment gesehen und dann muss ich ihn halt einfach nur noch rein machen“.

Somit stand es zwischenzeitlich 7:2 aus Dresdener Sicht. Die Stimmung in der mit knapp 250 Zuschauern gut gefüllten Arena war auf dem Höhepunkt. Daran änderte sich auch nichts, als Chemnitz mit einem Doppelschlag auf 7:4 heran kam. Die Elbestädter zeigten sich nun deutlich zielstrebiger als zu Beginn der Partie und stellten durch einen Doppelpack von Stefan Heyde den alten Fünf-Tore-Vorsprung wieder her.

Das Spiel war entschieden – nur Sebastian Kühnel hatte immer noch nicht genug. Er erzielte im letzten Viertel seine Tore fünf und sechs und bescherte seinem Team dadurch einen bequemen 12:6-Vorsprung. Nun nahmen die Dresdner sichtbar Dampf aus der Partie und Chemnitz kam vermehrt zu Abschlüssen. Auffälligster Spieler in dieser Phase: Der bereits 50-jährige Chemnitzer Andreas Stöckmann, der sein Torekonto auf drei erhöhte und die Tore sieben und acht für Chemnitz erzielte.

Danach war Schluss. Die SGW Dresden gewinnt das Derby mit 12:8 und bleibt damit in der neuen Schwimmhalle ungeschlagen.

SGW Dresden – SC Chemnitz 12:8 (3:1, 2:1, 4:2, 3:4)
Im DSV-Online-Protokoll gibts alle Zahlen zum Spiel.