SGW Dresden kassiert erste Niederlage in Sachsen

25. April 2017

Etwas geschwächt und dezimiert, aber mit breiter Brust reisten die Dresdner einen Tag nach dem 12:8-Sieg gegen Chemnitz in die Spitzenstadt zur Bundesliga-Reserve des SVV Plauen. Aufgrund familiärer und beruflicher Verpflichtungen konnten Axel Marquardt, Oliver Kirmes und Mario Romanow die Auswärtsfahrt leider nicht mit antreten. Dafür unterstützte Benjamin Endrulat das Dresdner Team am Sonntag.

Im Vergleich mit sächsischen Teams ist die Mannschaft aus der Landeshauptstadt noch ohne Punktverlust. Dies wollte sie mit aller Macht verteidigen, auch wenn die Aufgabe gleichwohl schwerer werden würde, als beim Heimerfolg am Vortag.
Die Vorzeichen konnten nicht unterschiedlicher sein … Auf der einen Seite zeigt die Statistik den Torhunger der Spitzenstädter, der bei ca. 12 Toren pro Spiel liegt, sowie das junge Durchschnittsalter der Mannschaft von rund 22,1 Jahren. Demgegenüber stehen die Spieler aus Dresden mit einem schon Durchschnittsalter von 27,9 Jahren und einer Torausbeute von lediglich ca. 7 Toren pro Spiel.

Trotzdem ist Dresdens Trainer Toralf Schaarschmidt guter Hoffnung, nicht mit leeren Händen aus Plauen zurückzukehren. Schließlich wurde das das Hinspiel daheim 9:7 gewonnen. Vor Spielbeginn schwor er sein Team noch einmal ein und setzte auf Teamgeist und Routine. „Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass hier was drin ist. Doch dafür muss Jeder für Jeden eintreten und kämpfen. Auch wenn wir mit zwei oder drei Toren zurückliegen, dürfen wir nicht die Ruhe verlieren und müssen unseren Stiefel weiter runter spielen.“

Mit diesen Worten und dem obligatorischen Motivationsschrei ging es ins Anfangsviertel. Von der ersten Sekunde konnte man erkennen, dass es ein ganz anderes Spiel als gegen Chemnitz werden würde. Statt mit einer Pressverteidigung, die Platz für Center-Anspiele bot, sahen sich die Dresdner mit einer aggressiven Zonenverteidigung konfrontiert, womit Plauen von Beginn an Anspiele auf Torgarant Sebastian Kühnel unterband. Doch auch die Abwehr der Gäste stand gut und die ersten Spielminuten waren hauptsächlich durch gute Defensivarbeit auf beiden Seiten geprägt.

Nach zweieinhalb Minuten war es Jan Härtel der mit einem Distanzwurf das 1:0 für Plauen herstellte. Es dauerte bis zur fünften Minute, als Stefan Heyde durch einen wunderschönen Schlenzer den ersten Treffer für Dresden markierte. Im weiteren Verlauf setzte Plauen zusehends auf ihr schnelles Umschaltspiel und versuchte die Schwarz-Gelben ein ums andermal auszukontern. Doch die hielten dagegen, selbst eine doppelte Unterzahl konnte erfolgreich durch Felix Tamke verteidigt werden. Es waren erfolgreiche Einzelaktionen, durch die sich die Plauener bis zum Ende des ersten Viertels mit 3:1 absetzen konnten. Dresden agierte in den ersten acht Minuten einfach zu nachlässig mit ihren Chancen.

Ein ähnliches Bild zeigte sich auch im zweiten Abschnitt. Die SG kämpfte sich zwar gut bis vors gegnerische Tor, doch unpräzise Pässe und Abschlüsse verdarben den erfolgreichen Abschluss. Das nutzte Plauen weiter zum Kontern und erhöhte zwischenzeitlich auf 5:1. Lediglich ein sehenswerter Aufsetzer ins linke Eck durch Louis Georgie markierte den einzigen Dresdner Treffer im zweiten Abschnitt. Mit 6:2 ging es in die Halbzeitpause.

Dem Team von Toralf Schaarschmidt war es bereits anzusehen, dass es bereits das Spiel vom Vorabend in den Armen und Beinen hat. Dennoch sollte es diese Partie nicht einfach herschenken. „Reißt euch zusammen und haut nochmal einen raus“, motivierte der Trainer seine Spieler.

Die Halbzeitansprache schien augenscheinlich den Kampfgeist und den Siegeswillen geweckt zuhaben. Dresden holte sich das Anschwimmen und verkürzt mit dem ersten Angriff auf 6:3. Dies war der Startschuss für ein munteres Viertel. Beide Mannschaften schenkten sich nichts; Dresden kam immer besser ins Spiel. Auf die Distanzwürfe des Gegners, die für die Gegentreffer sorgten, antwortete Dresden mit einem Doppelpack von Felix Tamke und Oleksandr Kurlykov zum 8:6. Durch einen erneuten Treffer aus der Ferne durch Elias Stier erhöhte Plauen zwar noch mal zum 9:6, doch der Gastgeber wirkte angeschlagen und verunsichert.

Dresden ging – nach dem positiven 4:3-Viertelergebnis zuvor – hochmotiviert in das letzte Viertel. Die zwei Punkte sollten unbedingt aus der Spitzenstadt in die Heimat entführt werden. Mit dem Anschwimmen zeigten die Dresdner Moral und holten sich erneut den Ball. Wieder war es Stefan Heyde, der den ersten Treffer markierte und auf 7:9 verkürzte. Dresden hatte Oberwasser und erspielte sich eine optische Überlegenheit. Daran änderte auch ein Konter durch die Plauener zum 10:7 nichts.

Doch es reichte nicht. Die Elbestädter ließen unzählige Chancen liegen und scheiterten immer wieder am Schlussmann der Heimmannschaft oder an ungenauen Abschlüssen. Die Zeit verging, die Moral war gebrochen. Plauen kam noch zu zwei schnellen Kontertoren innerhalb der letzten Spielminute, die das 12:7-Endergebnis deutlich zu hoch erscheinen lassen.

SVV Plauen II – SGW Dresden 12:7 (3:1, 3:1, 3:4, 3:1)
Im DSV-Online-Protokoll gibts alle Zahlen zum Spiel.