Altmeister Hausdorf mit starkem Comeback in Bautzen

7. Juli 2011

Gemunkelt wurde schon weit vor dem letzten Oberliga-Turnier der Saison 2010/11 in Bautzen am letzten Samstag. Wird der Altmeister Mike Hausdorf, dessen Zeit eigentlich schon abgelaufen schien, für den im modernen, athletischen Wasserball angeblich kaum noch ein Platz sei, noch mal für die SG Wasserball Dresden die schwarz-gelbe Kappe aufsetzen?

Die Gerüchte verdichteten sich mit jedem Mittwochstraining, an dem Hausdorf hinter dem Tor einsam seine Bahnen schwamm und so langsam zu alter Form fand. Offiziell diente dieses Einzeltraining allerdings der Vorbereitung auf ein anderes Ereignis, dem Carglass-Triathlon in London. Die Akte Wasserball bliebe für Hausdorf geschlossen, wiederholte Carglass-Kollege Oliver Kirmes geduldig für jede Kamera.

Heißbegehrte Statements vom eigentlichen Akteur blieben der hartnäckigen Dresdner Medienlandschaft aber bis zuletzt verwehrt. Erst jetzt, wo das Gerücht zum Fakt und die Hoffnung vieler (älterer) Fans zur Realität wurde, bricht Hausdorf sein mehr als einjähriges Schweigen: „Ein Mike Hausdorf kann nicht so einfach still und leise von der Wasserballbühne abtreten. Es tut ihm wirklich leid, seine Fans mit diesem heimlichen Schritt vor einem Jahr enttäuscht zu haben.“

Doch weder seine Fans noch seine Mitspieler zeigten sich nur annähernd nachtragend. Markus Großpietzsch, ebenfalls am Wochenende in Bautzen für die Dresdner im Wasser, gab sich sogar ausgesprochen erleichtert: „Der Hausi wird uns mit seiner Erfahrung und seiner alterstypischen Gelassenheit zurück zu alter Stärke führen. Das Jahr ohne ihn war extrem hart und sportlich ein Rückschritt.“

Nach den Spielen stand uns Mike Hausdorf, der seit seiner Pause nur noch von sich und in der dritten Person spricht, für ein paar Fragen zur Verfügung:

Nach dieser langen Pause dieses plötzliche Comeback – wie haben Sie es erlebt?

Um ehrlich zu sein, der äußerliche Rahmen war eines Mike Hausdorfs nicht würdig! Null Zuschauer, 13 Grad Luft und angeblich 19 Grad Wassertemperatur, Schneeregen!

Der Vorwand des Carglass-Triathlons hat lange funktioniert, trotzdem war das Medieninteresse enorm – wie geht, um in Ihrer Sprache zu bleiben, ein Mike Hausdorf damit um?

Ein Mike Hausdorf fühlt sich in erster Linie geehrt. Der unangenehme Rest perlt einfach ab.

Wie kam es überhaupt zu dem damaligen Rücktritt?

Die Anforderungen des modernen Wasserballs waren für einen Mike Hausdorf einfach zu hoch. Er hat sich ausgebrannt gefühlt.

Man hat gehört, Sie hätten sich in der Pause auch im Badminton versucht, dabei aber schnell gemerkt, dass die asiatischen Vormachtstellung so schnell nicht anzufechten ist. Wie war das genau?

Nach 87 Niederlagen muss sich auch ein Mike Hausdorf eingestehen, dass er kein Einzelspieler ist. Ein Mike Hausdorf versteckt sich lieber innerhalb einer Mannschaft.

Nachdem der Wiedereinstieg in den sächsischen Spitzensport mit dem Turnier in Bautzen geglückt ist, geht es nun direkt auf europäisches Parkett zum Triathlon nach London – klingt nach einer professionellen, vernünftigen Planung. Was kommt als nächstes?

Tja, was soll dann noch kommen? Was soll einen Mike Hausdorf dann noch motivieren? Gute
Frage …

Die Eregbnisse vom Wochenende:
HSG TH Leipzig II – SG Wasserball Dresden II 4:16
SG Wasserball Dresden II – SV Lok Görlitz 2:12

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