Dresdner Wasserballer wagen Schritt in die Selbständigkeit

21. August 2017

Nach einem Jahr des Umbruchs stehen die Dresdner Wasserballer vor einer spannenden Zukunft. Ein Schnuppertraining für Kinder und Jugendliche soll Nachwuchs dafür begeistern.

„Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird der Wasserball in Dresden nicht mehr lange überleben.“ Mit diesen drastischen Worten brachte Sebastian Halgasch in einer großen Mannschaftsbesprechung zu Beginn der inzwischen abgelaufenen Saison 2016/2017 den Ball ins Rollen.

Seit 18 Jahren war die Spielgemeinschaft von DSC, USV TU und SWV TuR das Zuhause der meisten Dresdner Wasserballer, mit der ersten Herren-Mannschaft als Aushängeschild in der 2. Wasserball Liga Ost.

Doch ganz einfach war das SG-Leben nicht. Man war stets eine Minderheit in den jeweils von Schwimmern dominierten Abteilungen. Immer ein bisschen abhängig. Immer ein bisschen misstrauisch betrachtet.

Hinzu kamen der immense Abrechnungsaufwand zwischen den drei Vereinen sowie Schwierigkeiten mit der Nachwuchs- und Sponsoren-Gewinnung.

Kein Wunder also, dass sich direkt im Anschluss an Halgaschs Brandrede mehrere Mitstreiter fanden, um geeignete „Lebenserhaltungsmaßnahmen“ zu ergründen.

Im März 2017 war man sich dann einig: Eine eigene, neu zu gründende Wasserball-Abteilung im SWV TuR soll die gemeinsame Heimat der Wasserballer werden. Nahezu alle SG-Sportler signalisierten, diesen Weg mitgehen zu wollen. Die seit 1999 bestehende SG Wasserball Dresden ist seitdem Geschichte und alle Spieler wechselten zum 1. Juli 2017 in ihre neue Abteilung.

Diese Aufbruchstimmung möchte Halgasch – nun in Funktion des Abteilungsleiters – nutzen, um die Strukturen zu festigen und durch gute Nachwuchsarbeit eine solide Basis für die Zukunft zu gestalten.

Aus diesem Grund lädt der Schwimmsport- und Wasserball-Verein TuR Dresden zum Schnuppertraining in die Schwimmhalle am Freiberger Platz. Am 23. und 30. August 2017 von 18 bis 19:30 Uhr wird interessierten Kindern ab 8 Jahre der Wasserball-Sport vorgestellt und natürlich reichlich Möglichkeit zum selber Ausprobieren eingeräumt.

„Ja, natürlich ist es auch ein Risiko, diesen neuen Weg zu gehen“ fasst Halgasch die Situation zusammen. Aber er sei sich sicher: „In ein paar Jahren werden wir zurückblicken und sagen, das war der Anfang einer Erfolgsgeschichte!“